Verbreitung und Lebensraum

Der Steinadler ist der wohl am weitesten verbreitete Vertreter aus der Gattung „Aquila“. Er hat sich sowohl in den borealen als auch in den gemäßigten sowie den mediterranen Zonen der Holarktis (= größte biogeographische Region; im Norden) angesiedelt.
Er ist im Westen von Schottland in einem breiten Streifen durch Europa und Asien bis hin nach Kamtschatka (= ostasiatischer Teil Russlands) und Japan vorzufinden. Zudem ist sein Vorkommen im Norden und Westen Nordamerikas breit gefächert. Aufgrund der jahrhundertelangen und massiven Verfolgung, wurde die Verbreitung der Art in Europa heftig zersplittert. Im heutigen Mitteleuropa beschränkt sich das Vorkommen des Steinadlers nur noch auf den Alpenbogen und die Karpaten. In Deutschland ist er nur noch in den Bayerischen Alpen vorzufinden. Außerdem findet man ihn auch in Dänemark und im Osten Polens.
Das Vorkommen des Steinadlers variiert auch von Ort zu Ort mit der jeweiligen Jahreszeit. So ist er in einem großen Teil Asiens ganzjährig daheim, während er in einem großen Teil Nordamerikas nur im Winter dort lebt. In den nördlichsten Regionen ist er nur im Sommer vorzufinden.
Von Steinadlern werden offene bis halboffene Landschaften jeglicher Art besiedelt, von welchen ein ausreichendes Angebot an Nahrung bewerkstelligt wird. Außerdem wird für die Anlage von Nester Felswände oder ältere Baumbestände benötigt. Deshalb gehören alpine Matten, große Moore mit kleinen Wäldern, aber auch Halbwüsten (z. B. im Norden Afrikas) zu seinem Lebensraum. Nur der Rand von großen und geschlossenen Wäldern wird von ihm bewohnt. Der Fokus auf gebirgige Landschaften erweist sich in Europa als Folge der gänzlichen Verfolgung.
Der Steinadler hat ein ca. 150 Quadratkilometer großes Revier, welches stetig von ihm erkundet wird. Er hat ein ganz bestimmtes Jagdverhalten: Wenn er ein potenzielles Beutetier entdeckt hat, setzt er einen Sturzflug an. Ein Steinadler kann eine Beute von bis zu 15 Kilogramm erlegen (also von Maus – bis hin zur Rehgröße). Jedoch können von ihm nur 5 Kilogramm angehoben werden. Deshalb muss die Beute meist zerkleinert werden.